Kindergarten St. Pius: Gebäude muss während der dringend notwendigen Sanierung komplett geräumt werden

Berichte des Lohrer-Echos von der Jahreshauptversammlung 2014

Der Kindergarten St. Pius in der Lindig-Siedlung ist 40 Jahre alt und muss dringend saniert werden: Flachdächer sind undicht, der Turnsaal ist wahrscheinlich keimbelastet, zudem ist der Platz knapp. Während der Bauarbeiten zieht die Einrichtung ab September ins benachbarte Pfarrheim und einen Container davor um. Über den Stand der Planung informierte der Trägerverein in seiner Jahresversammlung am Donnerstag.

Der 40 Jahre alte Kindergarten St. Pius in der Lindig-Siedlung muss dringend saniert werden. Während der Bauarbeiten zieht die Einrichtung ins benachbarte Pfarrheim und einen Container davor um. Foto: Thomas Josef Möhler
Nach einem starken Regen im Sommer 2013 habe es im Kindergarten einen massiven Wasserschaden am Flachdach gegeben, berichtete Vorsitzende Karin Heilgenthal. Trotz aller Ausbesserungen halte es nicht mehr dicht. Wegen der Geruchsbelastung im Turnsaal und in den Toiletten habe der Verein ein baubiologisches Gutachten in Auftrag gegeben.
Turnsaal gesperrt
Die Ergebnisse lägen noch nicht vor, aber der Turnsaal werde auf Rat der Baubiologen inzwischen nicht mehr genutzt. In den übrigen Räumen könne der Betrieb ohne Risiko bis zum Ende des Kindergartenjahres weitergehen, versicherte Heilgenthal. Die Staubsauger seien mit Partikelfiltern ausgerüstet worden, um die Keime nicht noch weiter zu verteilen.
Für die Sanierungsarbeiten gibt es nach den Worten der Vorsitzenden noch keine Pläne, aber einige »grundlegende Ideen«. Die Flachdächer sollten durch Überbauung geschlossen werden, wobei auch Raum gewonnen werde. Die erste Etage solle als Krippenbereich mit Bewegungsraum und Cafeteria eingerichtet werden.
Die drei Regelkindergruppen sollten im Untergeschoss untergebracht werden. Die Sanitäranlagen würden saniert und durch Wickelbereich, Kinderduschen und Minitoiletten ergänzt. Den Umfang der Arbeiten schätze der Verein als hoch ein, der Kindergartenbetrieb müsse währenddessen komplett ausgelagert werden.
Pfarrer Sven Johannsen und die Kirchenverwaltung St. Pius hätten als Ausweichquartier das Pfarrheim und das Pfarrhaus angeboten. Jugendamt und Planer Matthias Ruf hielten die Räume als Zwischenlösung für geeignet. Um alle Kinder unterzubringen, müsse ein Container auf der Wiese vor dem Pfarrheim aufgestellt werden.
Karin Heilgenthal will das Kindergartenjahr in den alten Räumen zu Ende bringen. Bis dahin solle das Ausweichquartier bezugsfertig sein. Bereits in den letzten Wochen vor den Sommerferien solle mit Hilfe von Eltern und Freiwilligen mit dem Umzug begonnen werden, so dass der Betrieb ab dem neuen Kindergartenjahr im September in den Ausweichräumen aufgenommen werden könne.

Aus Pfarrsaal wird Turnsaal

Nach Angaben von Leiterin Christine Dietrich soll der Kindergarten in allen drei Stockwerken des Pfarrhauses untergebracht werden. Das Pfarrheim werde als Bewegungsraum zum Turnen genutzt. Die Schulkindbetreuung ziehe in zwei Räume im Erdgeschoss um, die Krippe mit einem Gruppenraum für zehn Kinder und einem Schlafraum in die ehemalige Pfarrbücherei. Im Container werde es einen Gruppenraum für 14 Kinder geben.
»Eigentlich brauchen wir ja einen Anbau«, meinte eine Mutter zu Heilgenthals Sanierungsplänen. Die Vorsitzende will eine Erweiterung nicht grundsätzlich ausschließen, setzt zunächst aber auf den Raumgewinn durch die Aufbauten auf den Flachdächern. Ein Vater erfuhr von ihr, dass die Dauer der Sanierung auf rund ein Jahr geschätzt wird, der konkrete Beginn aber noch nicht feststeht. Wegen der Keimbelastung in der Luft solle der Umzug aber bereits zum neuen Kindergartenjahr erfolgen.

Mainecho, 12.04.2014, Thomas Josef Möhler

 


Hohe Kosten durch Bustransport der Kinder

St. Pius-Verein: Defizit wird sich im laufenden Kindergartenjahr mehr als verdoppeln - Auf Suche nach mehr Mitgliedern

110 Kinder (davon 22 aus Sackenbach und 16 aus Lohr) werden zurzeit im Kindergarten St. Pius betreut. Über die Weiterentwicklung des pädagogischen Angebots berichtete Leiterin Christine Dietrich am Donnerstag in der Jahresversammlung des Trägervereins. Dieser sorgt sich wegen hoher Kosten für den Bustransport und niedriger Mitgliederzahl.
Das pädagogische Konzept sieht laut Dietrich vor, den Kindern statt »fertigem Spielzeug« mehr Erlebnis- und Funktionsräume zur Verfügung zu stellen. Fünf solcher Räume seien im Kindergarten in den vergangenen Wochen eingerichtet worden. So gebe es jetzt ein Atelier und einen großen Bauraum mit unterschiedlichen Materialien. In den Nebenräumen der Gruppenzimmer seien eine Musik-, eine Theater- und eine Zahlen- und Buchstabenwerkstatt entstanden. Diese könnten die Kinder in der Freispielzeit selbstständig aufsuchen.
Die Kinderkrippe ist nach Dietrichs Angaben mit 24 Kindern voll belegt. 14 Schulkinder aus den Grundschulen Lohr und Sackenbach würden an den Nachmittagen und in den Ferien betreut. Im Juli verließen voraussichtlich 24 Vorschulkinder den Kindergarten.
Die Mitgliederzahl des Trägervereins sei mit 125 konstant geblieben, berichtete Vorsitzende Karin Heilgenthal den über 50 Anwesenden. Der Wunsch nach mehr Mitgliedern sei groß, »weil für die nächsten Jahre viel geplant ist, was mit einem gestärkten Verein leichter wäre«.
Ein großes Thema waren laut Heilgenthal und Kassier Frank Bernard die Kosten für den Bustransport der Kinder aus Sackenbach nach Lindig. Einsparungen durch den Wechsel des Busunternehmens seien durch Preissteigerungen wieder aufgezehrt worden. Den Stadtbus Lohrliner könne man für den Kindertransport nicht einsetzen, so Heilgenthal.
Das Defizit des Kindergartenbetriebs (das die Stadt übernehmen muss) bezifferte Frank Bernard für das vergangene Kindergartenjahr auf 36 200 Euro - davon 31 200 Euro für den Bustransport. In diesem Jahr rechnet er sogar mit einem Minus von 89 100 Euro (ohne Bus: 57 800 Euro). Angesichts der Größe und 23 Beschäftigten sei das »durchaus vertretbar«.

Mainecho, 12.04.2014, Thomas Josef Möhler